04.12.2001 / Rehabilitierung gefordert

ORF Vorarlberg online


Ein Dornbirner Opfer des nationalsozialistischen Terrors, dessen Familie von der Dornbirner Stadtregierung 1941 das Begräbnis verweigert wurde, soll jetzt rehabilitiert werden. Das fordert der Historiker Werner Bundschuh.

Hirnorganischen Erkrankung

Ein bislang unbekanntes Opfers der Nationalsozialisten hat der Historiker Werner Bundschuh recherchiert.

Nach ihm vorliegenden Quellen ist der Dornbirner Franz Josef Gstrein am 8. April 1940 in die Heilanstalt Valduna eingeliefert worden, da er angeblich an einer "hirnorganischen Erkrankung" leide. Eine solche Erkrankung wurde von den Kindern Gstreins stets vehement bestritten.

Begräbnis verweigert

Gstrein wurde am 31. August 1941 in Linz/ Hartheim vergast. Ein Begräbnis wurde seiner Familie von der damaligen Dornbirner Stadtregierung verweigert.

Nach einem Musterverfahren wurde den Kindern Gstreins im vergangenen Jahr eine Entschädigung aus dem NS-Entschädigungsfonds zugesprochen.

Bundschuh fordert die Stadt Dornbirn auf, den Namen Gstreins auf die Gedenktafel für NS-Opfer am Dornbirner Rathausplatz aufzunehmen.

 

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