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Aus aktuellem Anlass: Eine Einordnung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen (2026)

Eine Grundsatzerklärung zur Singularität des Holocaust und der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen.

Die Erforschung des Nationalsozialismus steht für uns als Johann-August-Malin-Gesellschaft seit mehr als 40 Jahren im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Nicht aus reinem Interesse an Erkenntnisgewinn, sondern mit dem Ziel, den Opfern des NS-Terrorregimes ein Gesicht zu geben, ihre Schicksale und Lebenswege dem Vergessen zu entreißen und ihrer in angemessener Form zu erinnern. Gleichzeitig wollen wir TäterInnen benennen und die gesellschaftlichen Umstände schildern, die zum Aufstieg des Nationalsozialismus und Faschismus geführt haben. Es geht darum, den Menschen zum Lernen aus der Geschichte zu ermächtigen. Denn wer aus der Geschichte nichts lernt, ist verdammt, sie zu wiederholen.
 
Wir stehen als Johann-August-Malin-Gesellschaft weiters zu der seit 80 Jahren gültigen Erkenntnis, dass die nationalsozialistischen Verbrechen in ihrer Intention, ihren gewählten Mitteln und ihrem Ausmaß in der Menschheitsgeschichte einzigartig und unvergleichbar sind. Der millionenfache geplante und industriell durchgeführte Mord an Juden und Slawen, Roma und Sinti, homosexuellen und sozial devianten Menschen und anderen Opfergruppen war nicht einfach eine der zahllosen Gräueltaten der Menschheitsgeschichte oder eine Begleiterscheinung der Kriegsführung, er hatte Programm. 
 
So stand etwa der radikale Antisemitismus von Beginn an im Zentrum der nationalsozialistischen Weltanschauung und wurde unter Einsatz aller verfügbaren Mittel methodisch vorbereitet und mit größter Brutalität durchgeführt, was im Holocaust bittere Realität wurde. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird durch Revisionismus, Relativierung, Verharmlosung oder glatte Leugnung versucht, die singuläre Bedeutung des Holocausts und anderer NS-Verbrechen für die Menschheitsgeschichte zu negieren, die Ermordeten zu verschmähen und die gesellschaftliche Verantwortung abzuwenden. Als Johann-August-Malin-Gesellschaft und als Teil der überparteilichen Vorarlberger Zivilgesellschaft sehen wir es als eine unserer zentralen Aufgaben an, solchen Tendenzen mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln entschieden entgegen zu treten. Die Erkenntnis aus der Geschichte betrachten wir als Referenz für ein aufmerksames Wahrnehmen der Gegenwart und ein verantwortungsbewusstes Handeln. „Nie wieder!“ gilt heute genauso wie damals! 
 
Der Vereinsvorstand der Johann-August-Malin-Gesellschaft
Dornbirn, im Februar 2026

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