07.11.2010 - NS-Geschichte: Gedenkplatz in Silbertal

ORF Vorarlberg - 7.11.2010: Drei Jahre lang hat die "Geschichtswerkstatt Silbertal" an der Aufarbeitung der NS-Geschichte des Ortes gearbeitet. Am Samstag ist der neue Gedenkplatz eröffnet worden. Das umstrittene Kriegerdenkmal wurde im Juni des Vorjahres entfernt.

 

Identifizierung als NS-Täter

Hintergrund für die Entfernung des Kriegerdenkmals war die Identifizierung des vermeintlichen Kriegsopfers Josef Vallaster als NS-Täter. Er soll in der Euthanasieanstalt Hartheim und im Vernichtungslager Sobibor an Morden beteiligt gewesen sein.

Als dies bekannt wurde, gründete die Gemeinde Silbertal eine Geschichtswerkstatt. Diese hat in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten den neuen Gedenkplatz erarbeitet.

 

Silbertal Gedenkplatz - gesamt

 

Schlichte Steinplatte im Boden

Beim neuen Gedenkplatz wurden schlichte Steinplatten, teils mit Text versehen, in den Boden eingelassen.

 

Silbertal Gedenkplatz - nah


Die Bepflanzung dazwischen signalisiere die ständige Pflege, die die Erinnerungskultur fordere, so Projektleiter und Historiker Bruno Winkler.

silbertal - Bruno Winkler

Bruno Winkler

 

Sohn unterstützt den Gedenkplatz

Bei der Eröffnung des Gedenkplatzes war auch Klaus Vallaster, Sohn von NS-Töter Josef Vallaster, anwesend. Er hat von Beginn an die Mitglieder der Geschichtswerkstatt bei ihrer Arbeit unterstützt.

Silbertal - Klaus Vallaster

Klaus Vallaster

"Ich habe mich mit dem, was mein Vater in Hartheim und Sobibor für Aufgaben hatte, auseinandergesetzt. Es hat keinen Zweck, irgendwie etwas klein zu reden, sondern es bringt uns nur weiter, wenn wir offen darüber reden", so Klaus Vallaster im ORF-Vorarlberg-Interview.


Audio

Klaus Vallaster
Länge: 0min 19sec

Teilen der Bevölkerung wäre es allerdings lieber gewesen, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Stimmen aus der Bevölkerung

zum neuen Gedenkplatz Silbertal
Länge: 0min 23sec


Video

Ein Beitrag von ORF-Vorarlberg-Redakteurin Angelika Schwarz über die Eröffnung des Gedenkplatzes.

VideoPlay In externem Player öffnen

Quelle: http://vorarlberg.orf.at/stories/480251/

 

Ausführlicher Text von Bruno Winkler in "KULTUR", Nov. 2010

Das Neueste online
Werner Dreier (2026): Scheitern wir erfolgreich? Holocaust Education in Zeiten der Überforderung
Severin Holzknecht (2026): Der Fall Hubert Kinz. Versuch einer Einordnung
24.04.2026 – Gespräch: Vom „Feind“ ein Kind – Umgang mit den „Besatzungskindern“ in der Nachkriegszeit
23.04.2026 – Buchpräsentation und Gespräch: Veronika Schuchter – "Ernst Toller. Revolutionär, Schriftsteller, Antifaschist"
16.04.2026 – Buchpräsentation und Vortrag: Andreas Wilkens – "Hilda Monte, Hilde Meisel, Selma."
Aus Anlass der "Causa Kinz": Eine Einordnung der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen (Februar 2026)
20.03.2026 – Gespräch: "Helden oder Täter? Das nationalsozialistische Erbe im Skisport"
18.03.2026 - Bericht der "Neuen" zur Jahreshauptversammlung 2026
16.03.2026 – Vortrag und Gespräch: "Ich konnte nicht anders." Stefan Spannring (1907–1997) und der Widerstand im Innermontafon
12.03.2026 – Vortrag und Gespräch: "Jehovas ZeugInnen während des Nationalsozialismus"
27.01.2026 – Vortrag und Gespräch: "Bestandsaufnahme Gedenkstein Dornbirn"
23.01.2026 – Vortrag: Albert Knoll – "Das KZ-Außenlager Lochau"
23.01.2026 – Vortrag und Gespräch: "Zwischen Quarantäne und Arbeitspflicht. Flüchtlingslager in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs."
16.01.2026 – Neuerscheinung: Andreas Wilkens - "Mit dem Leben bezahlt. Hilda Monte – eine Europäerin im Widerstand"
Kurt Greussing (2025): Land Vorarlberg distanziert sich von Ehrenzeichen für Natalie Beer