22.06.2007 - Leserbrief: Keine "Wahrheitssuche"

 Vorarlberger Nachrichten


Der Leserbrief von Walter Fritz (19.6) verhöhnt in Wirklichkeit die Opfer des "Mordbrenners" Josef Vallaster im Vernichtungslager Sobibor. Unter der Vorspiegelung der "Wahrheitssuche" versteckt er sich hinter Dr. Schaller, einem Juristen, der im "Handbuch des Rechtsextremismus" Seiten füllt.

Die Achtung gegenüber den Ermordeten gebietet die energische Zurückweisung des "Argumentationsstranges" im Leserbrief. Bei der Verbreitung der "Gaskammerlüge" - in diesem Fall werden Belcec, Sobibor und Chelmno genannt - handelt es sich keinesfalls um "Wahrheitssuche", sondern eigentlich um einen Tatbestand, der im "NS-Verbotsgesetz" geregelt ist.

Es stellt sich die Frage, warum die VN solchen "Holocaust-Verharmlosern" eine öffentliche Bühne bietet. Über Mordschergen wie Josef Vallaster sollte es heute nur eine Meinung geben: eine ablehnende. Bevor Vallaster in Sobibor mordete, war er im Schloss Hartheim im Rahmen der verbrecherischen "Euthanasie" "tätig". Die Informationen über die Gedenkausstellung sind via Internet leicht zugänglich und sprechen für sich: da gibt es heute nichts mehr zu deuteln oder pseudowissenschaftlich zu diskutieren! Die Fakten sprechen für sich.

Von den VN ist zu fordern, dass in den Leserbriefspalten offensichtlich rechtsextremes Gedankengut unter dem Deckmantel der "Meinungsfreiheit" keinen Platz findet. Vor allem dann nicht, wenn der Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, dass der Schreiber österreichische Verfassungsgesetze verletzt und verdeckt NS-Propaganda betreibt!

Dr. Werner Bundschuh
Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft

 

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