03.07.2007 - NS-Vergangenheit sorgt für heiße Diskussionen

Neue Vorarlberger Tageszeitung


Die Medienberichte der vergangenen Tage über den NS-Verbrecher Josef Vallaster haben hohe Wellen geschlagen. Der 1910 in der Gemeinde Silbertal geborene Vallaster war in Hartheim und in Sobibor an der Ermordung von tausenden Menschen beteiligt, die dem Euthanasie-Programm und dem Holocaust zum Opfer fielen.

In einer Anfrage wollen die Grünen von Landeshauptmann Sausgruber unter anderem wissen, wie dieser zur diskutierten Entfernung des Namens von Josef Vallaster auf dem Kriegerdenkmal steht und wie er der ersten Äußerungen des Silbertaler Bürgermeisters Willi Säly kommentiert.

"Die Taten des NS-Verbrechers Vallaster wurden weder totgeschwiegen, noch verdrängt", sagte Säly am Montag. "Wir haben bis zu den ersten Berichten in den Medien vor ein paar Tagen ganz einfach nichts gewusst und wollten die Machenschaften von Vallaster weder verharmlosen, noch zurückdrängen oder verheimlichen. Im Gegenteil", so Säly weiter. Vielmehr sei die Verantwortlichen in der Gemeinde sowie die Bewohner des Silbertals von der Nazi-Vergangenheit von Josef Vallaster überrascht worden.

Tatsache sei, dass die Verantwortlichen der Gemeinde Silbertal bis zum Bekanntwerden der NS-Verbrechen durch Josef Vallaster keine Ahnung davon hatten. "Wir nehmen die Sache aber sehr ernst", sagt Säly weiter. Die Gemeindevertretungssitzung wird sich am Montagabend jedenfalls mit der Causa Vallaster ausführlich befassen.

Als nächster Schritt wird im Rahmen einer Arbeitsgruppe - bestehend aus Bürgern, Politikern und Historikern - die Nazi-Vergangenheit von Vallaster im Silbertal aufgearbeitet.

 

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